Begrüßungsseite


 

Auf den folgenden Seiten beschreiben wir unsere bevorzugten, nach Themen geordneten Rundgänge. Unser Tipp: Im Sommer steigt das Thermometer auf extrem hohe Temperaturen, so dass Besichtungen am besten auf die Morgen- oder Abendstunden verlegt werden.
Wenn Sie Ihre ganz persönlichen Rundgänge zusammenstellen möchten, können Sie den interaktiven Plan verwenden!

 

Rhodos-Stadt

Die Stadt Rhodos ist in zwei Bereiche untergliedert: die Stadt der Ordensritter oder Altstadt und die außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern entstandene Neustadt.

1) Auf den Spuren der Ordensritter
Ausgangspunkt: Pyli Agias Aikaterinis - Ziel: Der Großmeisterpalast

 

Gegen Ende der byzantinischen Periode wird die Insel 1309 von den Johannitern, auch Hospitaliter genannt, erobert. Der im 11. Jh. gegründete Orden nimmt am 1. Kreuzzug teil, bevor sich die Ritter nach dem Fall Jerusalems im Jahr 1291 nach Zypern zurückziehen. Einige Jahre später kaufen sie die Insel Rhodos von einem Genueser Piraten. Die Ritter bauen die Befestigungswerke von Rhodos und den Großmeisterpalast, eine Perle mittelalterlicher militärischer Baukunst!

 

Werfen Sie einen Blick auf den mittelalterlichen Brunnen, der die Platia Ippokratous (Hippokrates-Platz) ziert, bevor Sie in die Odos Ippoton (Ritterstraße) einbiegen. Dort stehen die sieben Johanniter-Herbergen, die im 14. Jh. erbaut wurden. Die Stadt wurde von einem Großmeister regiert, der sieben verschiedene, in der Stadt lebende "Nationalitäten" verwalten musste: Franzosen, Italiener, Engländer, Deutsche, Provenzaler, Spanier und Auvergnaten. Jede Herberge trägt das Wappen der jeweiligen Nation.

 

Am Ende der Ritterstraße befindet sich der Durchgang zum Großmeisterpalast mit einer Aufstiegsmöglichkeit zu den Stadtmauern. Leider sind nur einige wenige Meter zwischen dem Amboise-Tor und dem Koskinou-Tor zugänglich, die jedoch völlig ausreichen, einige bestechende Aufnahmen von der Altstadt zu machen, auf denen die verschiedenen Viertel deutlich voneinander abgegrenzt sind. Die imposante Stadtmauer wurde von den Rittern auf den antiken Überresten der Stadt Rhodos erbaut, um die Festungswerke der Insel zum Schutz gegen Angriffe der Türken zu verstärken.

 

Einen Besuch des Großmeisterpalastes sollten sie sich keinesfalls entgehen lassen. Sehenswert sind insbesondere der Saal der Medusa und der Innenhof sowie die hellenistischen Mosaiken und der Saal der Neun Musen.

Der Palast beherbergt zwei Ausstellungen: Eine Ausstellung zeigt eine beeindruckende Sammlung von Gegenständen, die bei den Ausgrabungen des antiken Rhodos gefunden wurden, während die zweite Ausstellung dem mittelalterlichen Rhodos gewidmet ist, und Ihnen einen Einblick in den Alltag der Menschen verschafft.

 

Wir beenden diesen Weg in der Nähe der Straße Epicharmou mit seinen Seitengassen, in denen sich mittelalterliche und byzantinische Architektur abwechseln. Wenn Sie noch nicht zu müde sind, sollten Sie unbedingt noch einen Blick auf die Evangelismos-Kirche (Verkündigungskirche) werfen und einen Spaziergang unter ihren Schibbbögen machen. Sie treffen dort auf weitere Überreste aus dem Mittelalter, wie z. B. diesen mittelalterlichen Brunnen.

2) Auf den Spuren der Türken
Augangspunkt: Murad Reis - Ziel: Ibrahim Pacha

 

Der zweite Spaziergang ist der religiösen Architektur der Osmanen (Türken) gewidmet. Rhodos-Stadt zählt 14 Moscheen, darunter das 1523 von Suleiman dem Prächtigen nach seinem Sieg über die Inselbewohner errichtete Bauwerk. Leider ziehen sich die Restaurationsarbeiten nun schon über mehrere Jahre hinweg, und die Moschee ist derzeit nicht zu besichtigen.

 

Wir empfehlen Ihnen, den Rundgang bei der Murad Reis-Moschee in der Neustadt zu beginnen. Sie ist schon von weitem an ihrem Minarett zu erkennen. Neben der Moschee liegt ein türkischer Friedhof, auf dem u. a. auch Mourad-Reis, der Befehlshaber der Piraten von Suleiman begraben wurde.

Von dort aus geht es weiter zur Mustafa-, Rejep Pascha- und Ibrahim Pascha-Moschee, die 1531 erbaut wurde und durch einen großartigen Innenraum beeindruckt!

 

Der Rundgang endet am byzantinischen Museum, das in einer Kirche aus dem 11. Jh. eingerichtet wurde, die später als Kathedrale gedient hat, um schließlich in eine Moschee umgebaut zu werden. Im Museum ist eine imposante Sammlung von Ikonen und Fresken zu bewundern.

3) Die Neustadt (nea chora)

Die Neustadt ist nicht besonders interessant. Sie können auf dem Markt (néa agora) einige Einkäufe tätigen, den Alltag der Rhodier beobachten und am Mandraki-Hafen spazieren gehen, wo der berühmte Koloss einst auf das Meer hinausgeschaut haben soll. Die 32 Meter hohe Bronzesstatue war dort 305 v. Chr. nach den Plänen des Bildhauers Chares de Lindos errichtet worden, um den Sieg der Rhodier über den Makedonischen König Demetrios Poliorketes zu feiern. Die Bauarbeiten nahmen 12 Jahre in Anspruch. Später wurde der Koloss durch ein Erdbeben zerstört. Die Trümmer sollen mehrere Jahrhunderte später an einen jüdischen Händler aus Ephesus verkauft worden sein. Verschiedene Darstellungen zeigen den Koloss immer wieder über der Hafeneinfahrt, obwohl inzwischen davon ausgegangen wird, dass er etwas vom Hafen entfernt an der Stelle gestanden haben muss, an der sich heute der Großmeisterpalast erhebt.

 

Rechts und links neben der Hafeneinfahrt befinden sich heute ein Reh und ein Hirsch, die Wappentiere der Insel Rhodos, wo sich früher der Koloss aufgerichtet haben soll. Am Ende der Mole steht die Festung Agios Nikolaos, die zum Schutz der Stadt gegen Angriffe dienen sollte und heute als Leuchtturm verwendet wird.

 

Zwischen den alten und neuen Stadtteilen von Rhodos liegt der Mandraki-Hafen, in dem die Kreuzritter ihre Galeeren liegen hatten.
Von hier aus können Sie Tagesausflüge zu den benachbarten Inseln und sogar in die Türkei unternehmen.

 

Der Markt ist sehr belebt und bietet einen interessanten Überblick über die rhodische Kultur. Eine gute Gelegenheit, einige Spezialitäten zu probieren und frisches Obst zu kaufen!

 

In den drei Windmühlen am Mandraki-Hafen wurde früher das Korn für die Schiffsladungen gemahlen. Heute drehen sich die Flügel allerdings nur noch für die Touristen.

4) Weitere Sehenswürdigkeiten

Die hellenistische Stadt

Der Monte Smith ist mit dem Fahrrad oder dem Bus zu erreichen. Von dort aus gelangen Sie zum Rodini-Park, der etwa 3 km außerhalb der Stadt liegt, wo in der Vergangenheit auch die Rhetorik-Schule gestanden hat.
Die hellenistische Stadt besteht aus den Überresten von dem bei einem Erdbeben zerstörten Apollo-Tempel, einem Stadion und einem Theater, die beide restauriert wurden. Der Schatten von Zypressen und Platanen im Rodini-Park bietet Schutz vor der brütenden Hitze. Am Ende des Parks ist eine dorische Grabstätte zu besichtigen.

Das Judenviertel

Auch wenn Ihnen nur noch wenig Zeit bleibt, lohnt sich der Weg durch das alte Judenviertel. Gehen Sie durch die Aristotelous-Straße zum Platz der jüdischen Märtyrer, der seinen Namen in Gedenken an die deportierten Juden aus dem Zweiten Weltkrieg erhalten hat. Die Synagoge befindet sich nur eine Straße weiter. Auch wenn das Judenviertel keine besonderen Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, lädt es den Besucher zu einem angenehm geruhsamen Spaziergang ein.